Erste Schritte · 8 min
10 Fehler, die Erstimporteure machen
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Ein eigenes Produkt zu entwickeln ist aufregend – doch die meisten kostspieligen Überraschungen lassen sich vermeiden. Hier sind die häufigsten Fehler, die wir bei neuen Importeuren beobachten, und was Sie stattdessen tun sollten.
1. Den Lieferanten nur nach dem Preis auswählen
Der günstigste Preis bedeutet oft dünnere Materialien, unzureichende Qualitätskontrollen oder spätere versteckte Kosten. Vergleichen Sie mindestens drei Lieferanten hinsichtlich Qualität, Kommunikation, Kapazität und Konditionen – nicht nur nach dem Stückpreis.
2. Auf Muster verzichten
Fotos und Datenblätter reichen nicht aus. Bestellen Sie Muster, testen Sie diese im realen Einsatz und geben Sie vor Produktionsbeginn ein Referenzmuster schriftlich frei. Dieses dient als Maßstab für den gesamten Auftrag.
3. Nur mit dem Ab-Werk-Preis kalkulieren
Die tatsächlichen Kosten umfassen Fracht, Versicherung, Zölle, Einfuhrumsatzsteuer, Maklergebühren, Prüfungen und Verpackung. Berechnen Sie die Einstandskosten (Landed Cost) pro Einheit, bevor Sie Ihren Verkaufspreis festlegen.
4. EU-Vorschriften und Kennzeichnungspflichten vergessen
Viele Produkte erfordern eine CE-Kennzeichnung, chemische Prüfungen (REACH), Textilkennzeichnungen oder Konformitätserklärungen für Lebensmittelkontakt. Als Importeur sind Sie dafür verantwortlich, dass das Produkt in der EU verkehrsfähig ist – informieren Sie sich vor der Bestellung über die geltenden Anforderungen.
5. Den Lieferanten nicht überprüfen
Prüfen Sie, ob das Unternehmen wirklich existiert: Registrierung, Adresse, Fotos oder Vor-Ort-Besuch der Fabrik, Referenzen und bisherige Exportdokumente. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn sich Bankdaten plötzlich ändern.
6. Den gesamten Betrag im Voraus bezahlen
Ein gängiges, sichereres Modell ist eine Anzahlung bei Bestellung und die Restzahlung nach erfolgreicher Qualitätsprüfung. Überweisen Sie immer auf das Firmenkonto, niemals an eine Privatperson.
7. Vage Spezifikationen
Halten Sie alles schriftlich fest: Maße, Materialien, Farbcodes, Toleranzen, Verpackung, Kennzeichnung und Einheiten pro Karton. Was nicht in der Spezifikation steht, kann im Nachhinein nicht reklamiert werden.
8. Keine Inspektion vor dem Versand
Sobald die Ware die Fabrik verlassen hat, lassen sich Mängel nur noch schwer beheben. Eine unabhängige Inspektion vor der Schlusszahlung ermöglicht es Ihnen, rechtzeitig Nachbesserungen einzufordern.
9. Missverständnisse bei Incoterms und Zuständigkeiten
FOB, EXW und DDP regeln, wer beim Transport die Kosten und das Risiko trägt. Wählen Sie die Klauseln bewusst aus und stellen Sie sicher, dass sie im Angebot und im Vertrag festgehalten sind.
10. Zu wenig Pufferzeit im Zeitplan
Musterfertigung, Produktion, Versand und Zollabfertigung dauern oft länger als erwartet, und Feiertage wie das chinesische Neujahrsfest legen Fabriken wochenlang still. Planen Sie vor dem Verkaufsstart ausreichend Puffer ein.
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